Informationsbrief Steuern und Recht

Informationsbrief Steuern und Recht
Für Unternehmer
Die Här­te­fall­hil­fen er­gän­zen die bis­he­ri­gen Un­ter­neh­mens­hil­fen und bie­ten den Län­dern auf Grund­la­ge von Ein­zel­fall­prü­fun­gen die Mög­lich­keit zur För­de­rung von Un­ter­neh­men, die im Er­mes­sen der Län­der ei­ne sol­che Un­ter­stüt­zung be­nö­t­i­gen.
Über­blick zur För­de­rung:
Ziel­stel­lung: Die Här­te­fall­hil­fen sol­len es den Län­dern er­mög­li­chen, die Un­ter­neh­men zu un­ter­stüt­zen, die auf­grund von spe­zi­el­len Fall­kon­s­tel­la­tio­nen un­ter den be­ste­hen­den um­fas­sen­den Hilf­s­pro­gram­men von Bund und Län­dern nicht be­rück­sich­tigt sind, de­ren wirt­schaft­li­che Exis­tenz aber in­fol­ge der Co­ro­na-Pan­de­mie be­droht wird.
För­de­rung: Die Höhe der Un­ter­stüt­zungs­leis­tung ori­en­tiert sich an den för­der­fähi­gen Tat­be­stän­den der bis­he­ri­gen Un­ter­neh­mens­hil­fen des Bun­des, d. h. ins­be­son­de­re an den för­der­fähi­gen Fix­kos­ten. Die Här­te­fall­hil­fe soll­te im Re­gel­fall 100.000 EUR nicht über­s­tei­gen. Der För­der­zei­traum ist der 1. März 2020 bis 30. Ju­ni 2021.
An­trags­be­rech­ti­gung: Zu­gang zu den Här­te­fall­hil­fen ha­ben Un­ter­neh­men und Selbst­stän­di­ge. Das je­wei­li­ge Bun­des­land legt die zu er­brin­gen­den An­ga­ben zur An­trags­be­rech­ti­gung des An­trag­s­tel­len­den in An­leh­nung an die Über­brü­ckungs­hil­fen III fest. Die An­ga­ben um­fas­sen ab­leh­nen­de Be­schei­de bis­he­ri­ger För­der­an­trä­ge bzw. die Dar­le­gung der Grün­de für die feh­len­de An­trags­be­rech­ti­gung in den be­ste­hen­den Hilf­s­pro­gram­men von Bund und Län­dern.
An­trag­stel­lung und -be­wil­li­gung: Die An­trag­stel­lung er­folgt bei den Län­dern und grund­sätz­lich über „prü­fen­de Drit­te“, al­so bspw. über ei­ne/n Steu­er­be­ra­ter/in. Die zu­stän­di­ge Be­wil­li­gungs­s­tel­le der Län­der ent­schei­det über die Art und Höhe der Hil­fe in ei­ge­ner Re­gie un­ter Bil­lig­keits­ge­sichts­punk­ten im Rah­men der ver­füg­ba­ren Mit­tel.
Qu­el­le: BMF
Die Bun­des­re­gie­rung und die KfW ver­län­gern das KfW-Son­der­pro­gramm bis zum 31. De­zem­ber 2021 und er­höhen zum 1. April 2021 die Kre­di­tober­g­ren­zen. Die Än­de­run­gen im Über­blick:
1. Die Un­ter­neh­men er­hal­ten Pla­nungs­si­cher­heit, in­dem das KfW-Son­der­pro­gramm, in­k­lu­si­ve des KfW-Sch­nell­k­re­dits, bis zum 31. De­zem­ber 2021 ver­län­gert wird (bis­lang bis zum 30. Ju­ni 2021 be­fris­tet).
2. Im KfW-Son­der­pro­gramm wer­den Un­ter­neh­men künf­tig mit deut­lich höhe­ren ma­xi­ma­len Kre­dit­be­trä­gen für Klein­bei­hil­fen un­ter­stützt. Im KfW-Sch­nell­k­re­dit be­tra­gen die Kre­di­tober­g­ren­zen künf­tig: für Un­ter­neh­men mit mehr als 50 Be­schäf­tig­ten 1,8 Mio. EUR (bis­her 800.000 EUR), für Un­ter­neh­men mit über zehn bis 50 Be­schäf­tig­ten 1,125 Mio. EUR (bis­her 500.000 EUR), für Un­ter­neh­men mit bis zu zehn Be­schäf­tig­ten 675.000 EUR (bis­her 300.000 EUR).
- Die ma­xi­ma­le Kre­di­tober­g­ren­ze je Un­ter­neh­mens­grup­pe von 25 % des Jah­re­s­um­sat­zes 2019 wird bei­be­hal­ten.
- Im KfW-Un­ter­neh­mer­k­re­dit und ERP-Grün­der­k­re­dit mit Lauf­zei­ten von mehr als 6 Jah­ren wird die Kre­dit-ober­g­ren­ze von bis­her 800.000 EUR auf 1,8 Mio. EUR er­höht.
3. Die Maß­nah­men wer­den von der KfW zum 1. April 2021 um­ge­setzt. Mit den Ver­bes­se­run­gen in der KfW-Co­ro­na-Hil­fe set­zen Bun­des­re­gie­rung und KfW die Mög­lich­kei­ten um, die die EU-Kom­mis­si­on mit der 5. Än­de­rung des be­fris­te­ten Rah­mens für staat­li­che Bei­hil­fen („Tem­pora­ry Frame­wor­k“) ge­schaf­fen hat.
Die KfW-Co­ro­na-Hil­fe steht Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung, die den Vor­ga­ben des „Tem­pora­ry Frame­wor­k“ ent­sp­re­chend nach­weis­lich vor Aus­bruch der Co­ro­na-Kri­se noch nicht in Schwie­rig­kei­ten wa­ren. Ei­ne Fi­nan­zie­rung von Un­ter­neh­men in Schwie­rig­kei­ten oder oh­ne trag­fähi­ges Ge­schäfts­mo­dell ist aus­ge­sch­los­sen.
Qu­el­le: BMF
Um Un­ter­neh­men mehr Rechts­si­cher­heit bei der Ab­wick­lung von Sach­spen­den zu ge­ben, hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um mit den Fi­nanz­mi­nis­te­ri­en der Bun­des­län­der ein BMF-Sch­rei­ben zur all­ge­mei­nen um­satz­steu­er­li­chen Be­hand­lung von Sach­spen­den ab­ge­stimmt. Es re­gelt u. a., in wel­chen Fäl­len bei Le­bens­mit­teln und Non-Food-Ar­ti­keln gar kei­ne Um­satz­steu­er an­fällt. Flan­kie­rend da­zu wird in ei­nem wei­te­ren BMF-Sch­rei­ben ei­ne be­fris­te­te Bil­lig­keits­re­ge­lung für Sach­spen­den ge­re­gelt.
Fol­gen­der Short­link führt Sie zu den BMF-Sch­rei­ben: https://www.ti­nyurl.com/tba2k­vr6
Qu­el­le: Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um
Für Bauherren und Vermieter
Das nie­der­säch­si­sche Fi­nanz­ge­richt (FG) hat­te über die Fra­ge zu ent­schei­den, ob Strom, den der Ver­mie­ter über ei­ne Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge er­zeugt und an die Mie­ter lie­fert, um­satz­steu­er­lich als Ne­ben­leis­tung der Ver­mie­tung an­zu­se­hen ist. Das Ge­richt hat die­se Fra­ge in sei­nem Ur­teil vern­eint und der Kla­ge statt­ge­ge­ben.
Hin­ter­grund: Der Klä­ger ver­mie­tet meh­re­re Woh­nun­gen um­satz­steu­er­f­rei und hat­te im St­reit­jahr auf dem Dach der Häu­ser Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen in­stal­liert. Den er­zeug­ten Strom spei­cher­te der Klä­ger und lie­fer­te ihn an die Mie­ter zu ei­nem han­dels­üb­li­chen Preis. Die jähr­li­che Ab­rech­nung er­folg­te über ein­zel­ne Zäh­ler mit ei­ner in­di­vi­du­el­len Ab­rech­nung für je­den Mie­ter. Hier­zu sch­loss der Klä­ger mit den Mie­tern ei­ne Zu­satz­ve­r­ein­ba­rung zum Miet­ver­trag, in der u. a. ge­re­gelt war, dass der Strom­lie­fe­rungs­ver­trag mit ei­ner Frist von vier Wo­chen zum Mo­nat­s­en­de ge­kün­digt wer­den kann.
Für ei­nen an­der­wei­ti­gen Be­zug des Stroms hat­te der Mie­ter die da­für er­for­der­lich wer­den­den Um­bau­kos­ten (ca. 500 EUR) zu tra­gen. Die Vor­steu­er aus den Ein­gangs­rech­nun­gen des In­stal­la­ti­ons­be­triebs mach­te der Klä­ger steu­er­min­dernd gel­tend. Das be­klag­te Fi­nanz­amt ver­sag­te den Ab­zug mit der Be­grün­dung, dass die Strom­lie­fe­rung ei­ne un­selbst­stän­di­ge Ne­ben­leis­tung zur um­satz­steu­er­f­rei­en Ver­mie­tung sei.
Das FG sah dies an­ders und gab der Kla­ge statt. Es han­de­le sich bei der Strom­lie­fe­rung um ei­ne selbst­stän­di­ge Leis­tung ne­ben der Ver­mie­tung. Maß­ge­bend da­für sei, dass die Ver­brauchs­men­ge in­di­vi­du­ell mit den Mie­tern ab­ge­rech­net wer­de und die Mie­ter die Mög­lich­keit hät­ten, den Strom­an­bie­ter frei zu wäh­len. Dass sie für den Fall der Kün­di­gung des Strom­lie­fer­ver­trags mit dem Klä­ger die Um­bau­kos­ten zu tra­gen hät­ten, um dann den Strom von ei­nem an­de­ren An­bie­ter zu be­zie­hen, er­schwe­re den Wech­sel zwar, ma­che ihn aber kei­nes­falls un­mög­lich.
Auch der Eu­ro­päi­sche Ge­richts­hof (EuGH) ha­be in ei­nem ver­g­leich­ba­ren Fall die Strom­lie­fe­rung als von der Ver­mie­tung ge­t­rennt an­ge­se­hen. Da der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) über die­se Rechts­fra­ge noch nicht aus­drück­lich ent­schie­den hat und die Fi­nanz­ver­wal­tung das EuGH-Ur­teil in der Rechts­sa­che nicht an­wen­det, hat das FG die Re­vi­si­on zu­ge­las­sen.
Qu­el­le: Fi­nanz­ge­richt Nie­der­sach­sen, Ur­teil zu 11 K 201/19
Landwirtschaft
Das Bundeskabinett hat weitreichende Hilfen für Bürger und Unternehmen beschlossen, die durch die Corona-Krise betroffen sind:
1. Land- und Ernährungswirtschaft werden als systemrelevante Infrastruktur anerkannt.

Somit ist es etwa hinsichtlich Quarantänemaßnahmen und Betriebsschließungen möglich, dass diese Infrastruktur unter Berücksichtigung des notwendigen Gesundheitsschutzes aufrecht erhalten bleibt.

2. Ausweitung der "70-Tage-Regelung": Saisonarbeitskräfte, dürfen bis zum 31. Oktober 2021 eine kurzfristige Beschäftigung für bis zu 115 Tage sozialversicherungsfrei ausüben.
3. Arbeitnehmerüberlassung

Das Bundesarbeitsministerium wird hierzu eine Auslegungshilfe vorlegen, wonach Arbeitnehmerüberlassung in der Corona-Krise ohne Erlaubnis möglich ist und das streng auszulegende Kriterium "nur gelegentlich" dem nicht entgegensteht.

4. Erleichterungen bei der Anrechnung von Einkommen aus Nebentätigkeiten für Bezieher von Kurzarbeitergeld

Einkommen aus einer Nebenbeschäftigung wird übergangsweise bis Ende Oktober 2020 bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

5. Die Hinzuverdienstgrenze bei Vorruheständlern wird in der gesetzlichen Rentenversicherung deutlich angehoben und in der Alterssicherung der Landwirte vollständig aufgehoben. Die Regelung gilt für die gesamte Dauer des Jahres 2020.
6. Kündigungsschutz: Landwirten, die aufgrund der Corona-Krise Schwierigkeiten haben, ihre Pacht zu bedienen, darf bis zum 30. Juni 2021 nicht einseitig gekündigt werden.
Quelle: BMEL
Einkommensteuer und persönliche Vorsorge
Das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um (BMF) hat im Ein­ver­neh­men mit den obers­ten Fi­nanz­behörden der Länder ei­ne wei­te­re Verlänge­rung der Re­ge­lun­gen er­las­sen, die für die von den Fol­gen der Co­ro­na-Kri­se be­trof­fe­nen Steu­erpf­lich­ti­gen steu­er­li­che Er­leich­te­run­gen vor­se­hen. Von be­son­de­rer Be­deu­tung ist die Möglich­keit, Steu­er- for­de­run­gen wei­ter­hin zins­los zu stun­den. Ein of­fi­zi­el­les, ak­tua­li­sier­tes und mit den Ländern ab­ge­stimm­tes BMF-Sch­rei­ben mit wei­te­ren Ein­zel­hei­ten wur­de nun vom BMF veröff­ent­licht.
Das neue BMF-Sch­rei­ben ergänzt die steu­er­li­chen Maßnah­men zur Berück­sich­ti­gung der Aus­wir­kun­gen des Co­ro­na­vi­rus: https://www.ti­nyurl.com/8eu6nybk
Qu­el­le: BMF
Die Kläger, die als an­ge­s­tell­te Wach­po­li­zis­ten tätig sind, for­dern die Fest­stel­lung der Vergütungspf­licht von Um­k­lei­de-, Rüst- und da­mit in Zu­sam­men­hang ste­hen­den We­ge­zei­ten. Auf Wei­sung des be­klag­ten Lan­des müssen die Wach­po­li­zis­ten ih­ren Di­enst in an­ge­leg­ter Uni­form mit dem Auf­druck PO­LI­ZEI so­wie mit den persönli­chen Ausrüstungs­ge­genständen und st­rei­fen­fer­ti­ger Di­enst­waf­fe an­t­re­ten.
Ei­ner der Kläger be­wahrt die Di­enst­waf­fe bei sich zu Hau­se auf und nimmt dort auch das Um­k­lei­den und Rüsten vor. Der an­de­re Kläger nutzt das di­enst­li­che Waf­fen­sch­ließfach, was beim Zurück­le­gen des Wegs von sei­ner Woh­nung zum Ein­satz­ort und zurück ei­nen Um­weg be­dingt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt (LAG) hat­te den Kla­gen zum Teil statt­ge­ge­ben und Vergütung für die Um­k­lei­de­zei­ten zu­ge­spro­chen. Die auf vollständi­ge Vergütung der We­ge­zei­ten ge­rich­te­ten Kla­gen wur­den da­ge­gen im We­sent­li­chen ab­ge­wie­sen.
Nur so­weit der ei­ne Kläger ei­nen Um­weg zurück­zu­le­gen hat­te, stell­te das LAG die Vergütungspf­licht fest. Die Re­vi­sio­nen der Kläger hat­ten vor dem Bun­des­ar­beits­ge­richt (BArbG) kei­nen, die Re­vi­sio­nen des be­kla­gen Lan­des nur zum Teil Er­folg. Das Um­k­lei­den und Rüsten mit ei­ner be­son­ders auffälli­gen Di­enst­k­lei­dung, persönli­cher Schutz­ausrüstung und Di­enst­waf­fe ist kei­ne zu vergüten­de Ar­beits­zeit, wenn der Ar­beit­neh­mer ei­ne di­enst­lich zur Verfügung ge­s­tell­te Um­k­lei­de- und Auf­be­wah­rungsmöglich­keit nicht nutzt, son­dern für die Ver­rich­tung die­ser Tätig­kei­ten sei­nen pri­va­ten Wohn­be­reich wählt. Eben­falls nicht vergütungspf­lich­tig ist die für das Zurück­le­gen des We­ges zur Ar­beit von der Woh­nung zum Ein­satz­ort und zurück auf­ge­wand­te Zeit, denn der Ar­beits­weg zählt zur pri­va­ten Le­bensführung.
Da­ge­gen ist die für ei­nen Um­weg zum Auf­su­chen des di­enst­li­chen Waf­fen­sch­ließfachs er­for­der­li­che Zeit zu vergüten, es han­delt sich um ei­ne fremdnützi­ge Zu­sam­men­hangstätig­keit. Der vom LAG geschätz­te zeit­li­che Auf­wand hierfür ist re­vi­si­ons­recht­lich nicht zu be­an­stan­den.
Qu­el­le: Bun­des­ar­beits­ge­richt, 6 AZR 264/20
Für Sparer und Kapitalanleger
Unternehmen dürfen von ihren Kunden ein Entgelt für die Zahlung mittels Sofortüberweisung oder PayPal erheben. Das Entgelt muss sich dann auf mit der Nutzung dieser Zahlungsmittel verbundene Sonderleistungen beziehen. Es darf nicht für die Nutzung einer Lastschrift, Überweisung oder Zahlungskarte im Sinne von § 270a BGB entstehen. Das hat der BGH entschieden.
Busreiseunternehmen verlangt Zusatzgebühren
Die Beklagte veranstaltet Fernbusreisen und bewirbt diese im Internet. Sie bietet ihren Kunden vier Zahlungsmöglichkeiten an, nämlich die Zahlung mit EC-Karte, Kreditkarte, Sofortüberweisung oder PayPal. Bei Wahl der Zahlungsmittel "Sofortüberweisung" und "PayPal" erhebt die Beklagte ein vom jeweiligen Fahrpreis abhängiges zusätzliches Entgelt. Die Klägerin – die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs – sieht darin einen Verstoß gegen § 3a UWG in Verbindung mit § 270a BGB und nahm die Beklagte auf Unterlassung in Anspruch. Während das LG der Klage stattgab, wies das Berufungsgericht die Klage unter Zulassung der Revision ab.
Der BGH hat die Revision der Wettbewerbszentrale zurückgewiesen. Die Beklagte verstoße mit der Erhebung eines zusätzlichen Entgelts für die Zahlung mittels Sofortüberweisung oder PayPal nicht gegen § 270a BGB. Dies wäre nur der Fall, wenn den Schuldner zur Zahlung eines Entgelts für die Nutzung einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift, einer SEPA-Überweisung oder einer Zahlungskarte verpflichtet werde.
Zusatzgebühren beziehen sich nicht auf den Zahlungsvorgang als solchen
Bei Wahl des Zahlungsmittels "Sofortüberweisung" komme es zu einer Überweisung vom Konto des Kunden auf das Konto des Empfängers. Das von der Beklagten bei Wahl der Zahlungsmöglichkeit "Sofortüberweisung" geforderte Entgelt werde aber nicht für die Nutzung dieser Überweisung verlangt, sondern für die Einschaltung des Zahlungsauslösedienstes, der neben dem Auslösen der Zahlung weitere Dienstleistungen erbringe. So überprüfe er etwa die Bonität des Zahlers und unterrichte den Zahlungsempfänger vom Ergebnis dieser Überprüfung, sodass dieser seine Leistung bereits vor Eingang der Zahlung erbringen könne.
Gleiches gelte auch für die Zahlungsmöglichkeit "PayPal". Die Beklagte verlange kein Entgelt für die Nutzung eines Zahlungsmittels in Form einer Überweisung, Lastschrift oder Kreditkartenabbuchung, sondern allein für die Einschaltung des Zahlungsdienstleisters "PayPal", der die Zahlung vom PayPal-Konto des Zahlers auf das PayPal-Konto des Empfängers durch Übertragung von E-Geld abwickele. Der Erhebung eines Entgelts für zusätzliche Leistungen stehe das Verbot der Vereinbarung eines Entgelts für die Nutzung einer Lastschrift, Überweisung oder Zahlungskarte im Sinne von § 270a BGB nicht entgegen.
Quelle: BGH, Urteil vom 25. März 2021 - I ZR 203/19
Lesezeichen
Freie Mitarbeit ist ein gebräuchliches Modell in Kanzleien, um flexibel auf Auslastungsschwankungen zu reagieren oder um neue Mitarbeiter zu erproben. Ob ein freier Mitarbeiter der eigenen Kanzlei oder man selbst als Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt tatsächlich frei oder abhängig beschäftigt ist, lässt sich nicht immer leicht bestimmen. Der BRAK-Ausschuss (Bundesrechtsanwaltskammer) Sozialrecht hat Hinweise erarbeitet, die die nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts maßgeblichen Abgrenzungskriterien erläutern.
Weitere Informationen unter folgendem Shortlink: https://www.tinyurl.com/x9sk3p63
Quelle: Mitteilung der BRAK
Wichtige Steuertermine
Lohnsteuer, Umsatzsteuer (M, Vj)
10.05.2021 (14.05.2021)*
Gewerbesteuer, Grundsteuer
17.05.2021 (20.05.2021)*
Fälligkeit der Beiträge zur Sozialversicherung:
25.05.2021 (Beitragsnachweis)
27.05.2021 (Beitragszahlung)
Zur Wah­rung der Frist muss der Bei­trags­nach­weis am Vor­tag bis spätes­tens 24.00 Uhr ein­ge­reicht sein.
*En­de der Schon­frist bei Zah­lung durch Über­wei­sung in Klam­mern.